interested in: educational decisions & stratification, neighborhoods, segregation, spatial data/mapping
https://tinygu.de/RobertVief-CV-en
Der Artikel ist frei verfügbar zum Download hier, wer also genauer reinlesen möchte, please go for it:
doi.org/10.36900/sub...
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Fazit: Ein System fester Einzugsgebiete garantiert auch bei Abnahme der Wohnsegregation keine Abnahme der Schulsegregation, andere Faktoren bleiben sehr bedeutsam. Wenn die Politik Schulsegregation reduzieren will, benötigt sie andere Eingriffsmaßnahmen.
Fazit: Ein System fester Einzugsgebiete garantiert auch bei Abnahme der Wohnsegregation keine Abnahme der Schulsegregation, andere Faktoren bleiben sehr bedeutsam. Wenn die Politik Schulsegregation reduzieren will, benötigt sie andere Eingriffsmaßnahmen.
[...] die Binnenmobilität junger Familien. Sinkende Wegzüge in Haushalten mit Kindern <12 erhöhen die Segregationslücke zwischen Schulen und Einzugsgebieten. Grund: Lock-in-Effekte durch Mietdynamiken – alte Mietverträge werden wertvoll, Umzüge als Ausdruck von Schulwahl (eher) unmöglich
[...] die Binnenmobilität junger Familien. Sinkende Wegzüge in Haushalten mit Kindern <12 erhöhen die Segregationslücke zwischen Schulen und Einzugsgebieten. Grund: Lock-in-Effekte durch Mietdynamiken – alte Mietverträge werden wertvoll, Umzüge als Ausdruck von Schulwahl (eher) unmöglich
Oft herrscht hier in der wiss. Literatur die Annahme: Es sind die neu-hinzuziehenden high-resource gentrifier, die Schul- und Wohnortwahl immer stärker voneinander entkoppeln und die Treiber dieser Entwicklung sind. Wir argumentieren, dass es einen zusätzlichen Faktor gibt: [...]
Oft herrscht hier in der wiss. Literatur die Annahme: Es sind die neu-hinzuziehenden high-resource gentrifier, die Schul- und Wohnortwahl immer stärker voneinander entkoppeln und die Treiber dieser Entwicklung sind. Wir argumentieren, dass es einen zusätzlichen Faktor gibt: [...]
Was/Wer treibt diese Entkopplung? Ein klarer Hotspot sind Gentrifizierungsgebiete. Dort weichen Schulen stärker von der lokalen Wohnbevölkerung ab – besonders in Clustern wie in Nord-Neukölln, Wedding, Teilen von Kreuzberg. Privilegierte Familien wählen häufiger Schulen außerhalb der Gebiete.
Was/Wer treibt diese Entkopplung? Ein klarer Hotspot sind Gentrifizierungsgebiete. Dort weichen Schulen stärker von der lokalen Wohnbevölkerung ab – besonders in Clustern wie in Nord-Neukölln, Wedding, Teilen von Kreuzberg. Privilegierte Familien wählen häufiger Schulen außerhalb der Gebiete.
2010 lag die SES-Segregation an Schulen (gemessen über SGB-II-Anteil) bei ~0.47, 2020 bereits bei ~0.55. Schulen driften also sozial weiter auseinander, obwohl ihre Einzugsgebiete durchmischter werden. Die Kopplung beider Ebenen bricht damit systematisch auf.
2010 lag die SES-Segregation an Schulen (gemessen über SGB-II-Anteil) bei ~0.47, 2020 bereits bei ~0.55. Schulen driften also sozial weiter auseinander, obwohl ihre Einzugsgebiete durchmischter werden. Die Kopplung beider Ebenen bricht damit systematisch auf.
Doch an Grundschulen zeigt sich ein gegenteiliger Trend: Die SES-Segregation steigt dort. Während Wohngebiete durchmischter werden, sehen wir an den Grundschulen einen Polarisierungstrend. Die Kluft zwischen beiden Ebenen wächst ab 2014 deutlich.
Doch an Grundschulen zeigt sich ein gegenteiliger Trend: Die SES-Segregation steigt dort. Während Wohngebiete durchmischter werden, sehen wir an den Grundschulen einen Polarisierungstrend. Die Kluft zwischen beiden Ebenen wächst ab 2014 deutlich.
Beispiel: Der Segregationsindex für Bewohner:innen mit Migrationsgeschichte sinkt 2010–2020 stark, für arab. Herkunft sogar auf das Niveau von Deutschen (o. Migr). Auch Kinderarmut wird räumlich weniger konzentriert. Die Idee der „auseinanderdriftenden Stadt“ greift für Wohnsegregation nicht (!).
Beispiel: Der Segregationsindex für Bewohner:innen mit Migrationsgeschichte sinkt 2010–2020 stark, für arab. Herkunft sogar auf das Niveau von Deutschen (o. Migr). Auch Kinderarmut wird räumlich weniger konzentriert. Die Idee der „auseinanderdriftenden Stadt“ greift für Wohnsegregation nicht (!).
Ein zentrales Ergebnis: Obwohl in Berlin in den 2010er Jahren immer wieder medial eine räumliche Polarisierung diskutiert wurde, beobachten wir (für das Wohnen) empirisch das Gegenteil. Die residentielle Segregation sinkt stadtweit. Berlin wird auf Nachbarschaftsebene durchmischter.
Ein zentrales Ergebnis: Obwohl in Berlin in den 2010er Jahren immer wieder medial eine räumliche Polarisierung diskutiert wurde, beobachten wir (für das Wohnen) empirisch das Gegenteil. Die residentielle Segregation sinkt stadtweit. Berlin wird auf Nachbarschaftsebene durchmischter.
Die Ausgangsfrage: Spiegelt die soziale Zusammensetzung von Grundschulen die ihrer Einzugsgebiete? Die Politik hat das Mantra „kurze Beine, kurze Wege“. Doch unsere Studie zeigt: Schulen sind deutlich segregierter als ihre Nachbarschaften, obwohl es formal strikte Einzugsgebiete gibt.
Die Ausgangsfrage: Spiegelt die soziale Zusammensetzung von Grundschulen die ihrer Einzugsgebiete? Die Politik hat das Mantra „kurze Beine, kurze Wege“. Doch unsere Studie zeigt: Schulen sind deutlich segregierter als ihre Nachbarschaften, obwohl es formal strikte Einzugsgebiete gibt.