Pengoblin
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Pengoblin
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Literatur und Musik sind Grundnahrungsmittel. Im Kopf stets einen Waldpfad, im Herzen eine Katzenklappe. Sprache ist mein Lieblingsspielplatz.
Stadtregenmittag. Eichhörnchen tropfen durch vollgesogenes Geäst. Blattmatsch wird aus grobem Schuhprofil gekratzt. Spazierpläne fallen ins Pfützenwasser. Der Asphalt glänzt gischtpoliert, darüber hinweg gleiten ein paar Regenschirme wie wandernde Pilze. Lesesessel entwickeln erhöhte Schwerkraft.
November 29, 2025 at 11:35 AM
Stadtfreitagmittag. Ein Himmelslicht wie Behördenflurneon, eilige Stunde um eilige Stunde nur Papierschnipselaufflackern im gemächlichen Kaminbrand der Zeit. Das Leben wird sich gleich erinnern daran, dass es das Spüren zwischen den Dingen ist, das unser Leben füllt - Loslassen, Atmen, Sein.
November 28, 2025 at 12:20 PM
Stadtmorgen. Fahrzeugmotoren schlürfen erstmal noch Kaffee, Computer regeln die Heizung hoch: das Wort der Stadt lautet Knopfdruckbehaglichkeit.

Irgendwo gähnt ein Bagger wie ein Urgetüm.
November 27, 2025 at 6:30 AM
Stadtmorgen. Der Himmel schiebt unentschieden den Katalog der Möglichkeiten umher - klassisches mausgrau/grausmau oder doch schrägsonnig mit ein paar kecken blauen Durchguckseln? Darunter mäandert das Tagesgeschehen durch Straßen und Stunden, befragt, wo es denn hinwill, zuckt es nur mit Achseln.
November 26, 2025 at 7:58 AM
Kraken zu beschreiben, ist ein schwieriges Unterfangen. Alles an ihnen ist flüchtig.

Svenja Beller: Kraken. Ein Portrait (2025)

#buchbeginn
November 25, 2025 at 8:23 PM
Share something SCI-FI
November 25, 2025 at 10:49 AM
Dieses kurze Umherfühlen am Morgen, um zu spüren, dass nicht alles schwindet wie ein Traum. Der Blick betastet die Zimmerdecke, Arm und Hand strecken sich und ergreifen ein Gähnen, das Herz leckt am Erinnern. Das Sein schlüpft in den Körper, zieht ihm Zeit an, trinkt den ersten Schluck Bewegung.
November 25, 2025 at 7:23 AM
Stadtmorgen. Graues Licht setzt die ersten Lebenszeichen. Die kleine Schlange vor der Bäckerei windet sich hungrig. Der Bürgersteig vor der Schule ist wie vollgefegt. Ein Fahrradlicht eilt straßabwärts, wie um noch rasch den Tag zu überholen. Die Lettern des Lebens setzen sich zum Tag zusammen.
November 25, 2025 at 7:11 AM
Eisstadtmorgen. Aus dem Eichhörnchenschnaufen eines gut eingemummelten Schlafes erwacht die Stadt zum terminschlidderigen Gedönsgebrabbel. Taschen werden gepackt, Kalender und Fahrpläne gecheckt. In mancher Brotdose reist eine Scheibe Stille mit, um in der Teepause die Seele zu nähren.
November 24, 2025 at 6:19 AM
Stadtsonntagmorgen. Straßen und Fassaden und grauer Himmel stehen statisch, wie auf Pausentaste gedrückt. Bis die Zeit auf den Perlmuttknopf der wolkenverhangenen Sonne drückt und der einherflitzende Punkt eines Eichhörnchens in einer der Kastanien die Reglosigkeit beendet.
November 23, 2025 at 8:50 AM
Let us consider Elfland as a great National Park, a vast and beautiful place where a person goes by himself, on foot, to get in touch with reality in a special, private, profound fashion.

U. K. Le Guin, From Elfland to Poughkeepsie (1972)

#buchbeginn

Vortragsscript & Liebeserklärung an Fantasy
November 22, 2025 at 10:38 PM
Stadtmorgen. Der rasch verwehende Schornsteinrauch glaubt innig an die Ewigkeit der Wolke. Das Frühstücksei träumt vom Universum des Huhns. Der Kaugummi am Mülleimerrand träumt von 5-Gänge-Menüs bei Kerzenschein. Unsere Welt ist ein Sammelkorb von Träumen und Zeit.
November 22, 2025 at 8:38 AM
Stadtabend. Bratwurstduft vom Marktstand lockt Anorakmänner aus den U-Bahn-Höhlen hinauf ins Dämmerlicht. Hinter den seitlich versteckten Gasflaschen des Grills lugt empört eine Juweliersfassade grell hervor. Zwei Hackenporsches veranstalten ein Wettwackeln, während man vorne einträchtig plaudert.
November 21, 2025 at 4:26 PM
Stadtmorgen. Wie ein Zug Silberfischchen schleichen Autos die quadratischen Fliesenfugen der Stadt entlang. Leben und starre Muster vertragen sich nicht, und so schlüpfen Ameisenmenschen aus Türritzen, laufen quer, ziehen wirre Muster, verweben ihre Lebensfäden zum wirren Knäuel des Alltags.
November 21, 2025 at 6:51 AM
Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten, heißt es. Die Schweine verraten dich mit ihrem entsetzlichen Geschrei, die Schafe aber sterben still.

Anna Maschik, Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten (2025)

#buchbeginn
November 20, 2025 at 6:03 PM
"Aber Du hast doch schon alles von der!"
"Das sind aber Neuübersetzungen."
"Mehrfach. Und die Originale auch noch!"
"Neuübersetzungen!!"
November 20, 2025 at 4:41 PM
Stadtnachmittag. Wie eine neugierige Nachbarin kriecht eisige Luft in die Ecken, lugt durch Ritzen, atmet in ungeschützte Nacken. Nur hinter hochgezogenen Reißverschlüssen und abgedichteten Fenstern lebt man im Warmen und kann sich privat dünken. Die Sonne bleibt heute eine unzuverlässige Freundin.
November 20, 2025 at 3:01 PM
Nacht zwischen den Lichtern. Hinter den Namen auf den Bahnhofsschildern schweben Lichter im Nichts. Die Reisenden, gespiegelt im Zugfenster, sitzen fahlstarr wie Gespenster. Das gelbe Laufband im Gang denkt sich Ziele aus. Am Ende der Strecke wartet der Schlaf.
November 19, 2025 at 10:21 PM
Stadtmorgen. Das Morgenrot betupft kurz die Schornsteinspitzen, bevor es ergraut, sie ragen wie Buntstifte aus den Dächern. Reifen ziehen Kreise und Linien; mit Hinundherschritten werden die nassen Wege bekrakelt, man folgt den Mustern des Gestern: der Tag zeichnet sich ab.
November 19, 2025 at 6:59 AM
Reposted by Pengoblin
Hat von euch wer nen Kontaktlinsen Hohlsauger rumliegen, den ich adoptieren könnte? 👀

Teilt das gerne.💚
November 18, 2025 at 7:53 PM
Stadtfeierabend. Das Bürolicht packt sich in seinen Mantel und setzt sich müde zu den plaudernden Einkaufsheimweglichtern in die Bahn, neben geschminktem Smartphoneschimmern und duschbedürftigem Dämmer. Die Lichtfäden ziehen ihre Bahnen, von Neon- zu Neonhafen. Ein Kleinkind strahlt ein Plakat an.
November 18, 2025 at 4:14 PM
Stadtmorgen. Wecker und Kehrmaschine fiepen sich professionellen Gruß zu. Die Skyline versucht vergeblich, die Wolkendecke festzuhalten, die der Tag ihr wegzieht. Ein Glascontainer hustet klirrend, ein Hoftor räkelt sich ächzend. In einer Stunde wieder ist die Stadt gestylt, als habe sie nie geruht.
November 17, 2025 at 6:17 AM
#InjedemFilm in dem jemand sich zum Schutz vor einem Verfolger im Haus verschanzt, steht plötzlich die Terrassentür offen, und der jemand denkt nur "Upps, hab ich wohl vergessen", guckt sich kurz um, macht die Tür zu UND DENKT SICH NIX MEHR DABEI.
November 16, 2025 at 6:57 PM
#InjedemFilm wird ein Franzose hinreichend als solcher kenntlich gemacht, in dem er in seiner ersten Szene ein Baguette durch die Gegend trägt.
November 16, 2025 at 6:54 PM
Mrs. Jane Tabby could not explain why all four of her children had wings.

Ursula K. Le Guin / S. D. Schindler, Catwings (1988)

#buchbeginn

Wiedergelesener Privatklassiker - die Abenteuer einer Gruppe geflügelter Katzen
November 16, 2025 at 4:20 PM